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BlackBerry und TCL: Smartphone Support sieht anders aus!

von Ben Witt
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BlackBerry wurde vollends zu einem Softwareunternehmen und hat eigene Smartphones per Lizenzabkommen an einige Hersteller ausgegliedert. So weit so gut, stellt es doch einen richtigen Schritt dar, um Kosten zu senken. Wie sieht es nun mit dem Support aus?!

BlackBerry hat das Betriebssystem vom hauseigenen OS10 auf Android gewechselt, um konkurrenzfähig zu bleiben / werden. Dieser Schritt ist durchaus nachvollziehbar. Doch das erste Gerät war nicht nachvollziehbar. Das BlackBerry PRIV (zum Langzeittest) konnte zwar einige mediale Aufmerksamkeit erhaschen, doch war der Startpreis zu hoch und die Spezifikationen zu gering.

BlackBerry CEO John Chen wollte wie es in seinem BWL-Lehrbuch steht, Kosten senken. Dies wollte / will man durch ein Lizenzabkommen bewerkstelligen. Als globaler Partner wurde TCL auserkoren. So sind die beiden Geräte DTEK50 und DTEK60 (zum Langzeittest) zwar BlackBerry gelabelte Geräte, basieren aber auf TCL Referenzmodellen. Auch hier wurde aus betriebswirtschaftlicher Sicht alles richtig gemacht. Ohne große Entwicklungskosten kann man so “neue” Geräte anbieten.

BlackBerry Android Smartphones haben Härtungen (Sicherung gegen Angriffe) in der Hardware und Software implementiert (Präsentation / Video). Dazu sollen die Geräte auch die monatlichen Google Security Updates erhalten, daher ist das BlackBerry Android auch sehr nahe an Stock Android angelehnt. Dies hat auch teilweise sehr gut geklappt, obwohl das DTEK50 und / oder 60 manchmal ein wenig hinterherhingen.

Alle bisher erschienen Geräte sollten Android 7 und alle monatlichen Updates erhalten. Dies wurde so Kunden gegenüber kommuniziert. Ja wirklich, es gibt teilweise Außenkommunikation!
Und gerade in Bezug auf Android 7 kam dann noch ein Schritt in Richtung Enterprise, dazu aber später im Artikel mehr.

Das neueste Smartphone unter der Brand BlackBerry ist das KEYone (zum Testbericht). Das Gerät kommt mit der neuesten Android Version 7 daher und wird anders als die DTEK Geräte auf der Website des “Joint Ventures” BlackBerry Mobile aufgezeigt.

Moment mal. Und die DTEK Geräte?
Diese werden nur auf der BlackBerry Seite angezeigt, der Verkauf ist nur über Dritte wie MediaMarkt, Amazon und Otto möglich.

Man wollte mit dem KEYone einen Neustart machen (subjektiv gefühlt der 4.) und hat dies auch in den Lizenzabkommen so zementiert. Das KEYone ist nunmal das erste Gerät von BlackBerry Mobile. “Vergessen” wurden dabei die “Altgeräte”.
Und der BlackBerryMobile EMEA Chef in einem Interview: “Wir versuchen die monatlichen Updates zu liefern.”

Halten wir bis dahin mal fest:

  • BlackBerry suchte sich einen Hardwarepartner
  • Man brachte Android Smartphones mit diesem Partner auf den Markt
  • Es wurde ein Zweiklassensystem für diese Geräte aufgebaut
  • Man versprach monatliche Sicherheitsupdates und Android 7 für alle Geräte, mehrmals öffentlich!
  • Der Support wurde auf CrackBerry ausgegliedert!!!

Gerade das DTEK50 hat sich durch den Preis und die Ankündigung des Android 7 Updates als Flottengerät für Enterprise Kunden herausgestellt. Denn mit Android 7 sind nicht nur systembedingte Verbesserung der Sicherheit und des Systems gegeben:
BlackBerry wollte einen Mehrwert schaffen, wenn man nicht nur BlackBerry Smartphones sondern auch die EMM Lösung UEM einsetzt. So kamen extra für BlackBerry Android Smartphones neue AfW Richtlinien per Silent Update.

Nun sind BlackBerry PRIV, DTEK50 und DTEK60 im Kundenumfeld im Einsatz und man wartet auf die Einhaltung der Ankündigungen.
Doch es sieht nicht so rosig aus. TCL hat für die hauseigenen Geräte Android 7 für Mitte diesen Jahres angekündigt, doch bisher ist noch nichts geschehen.

Warum verweise ich hier wieder auf TCL?
Google gibt das Betriebssystem und dessen Updates vor. Doch auch die Hardwarehersteller der Komponenten wie Qualcomm muss die eigenen Treiber bereitstellen. Die Hersteller der Geräte müssen dann die Builds kompilieren. Zwar ist Android quelloffen, aber nicht die Treiber. Und da bei Android fast alles im Kernel ist, müssen die Hersteller hier tätig werden. Für Google ist es bei der Kombinationsvielfalt der Hardware schlicht unmöglich dies für alle Geräte zu bewerkstelligen. Die Besonderheit hier: BlackBerry gibt die Härtung vor, aber die Geräte kommen von TCL. Und wie oben schon angemerkt: DTEK hat BlackBerry den Hut auf, ab dem KEYone hat TCL die Torte im Gesicht.

DTEK50

Auf Crackberry berichtet ein Forenmitglied, dass er in UK keine DTEK50 mehr ordern kann. Der Support sagte ihm, dass das Gerät EOL (End-of-Life) wäre. EOL ist hier aber das falsche Wort, End-of-Sales ist hier richtig. End-of-Support ist auch noch nicht erreicht, da ja noch Updates für das Gerät veröffentlicht werden. Aber zu allen drei Stati gibt es bisher keine Ankündigung seitens BlackBerry.

Was ich persönlich auch nicht vertretbar finde:
Alle Geräte verhalten sich völlig unterschiedlich, auch an einem UEM aktiviert. Nehmen wir alleine mal DTEK50 und 60. Da unterscheidet sich die UI, Übersetzungen sind unterschiedlich, Optionen sind nicht identisch.
Da pack ich mir an den Kopf!

Fragt man nun die 5 bis 6 Twitter Accounts von BlackBerry/TCL um eine Stellungnahme / Antwort, kommt entweder nichts oder man verweist auf das jeweilige andere Unternehmen. Ähnlich sieht es mit E-Mails aus. Oder man bekommt: “Derzeit können wir dazu keine Stellung nehmen / Wir haben keine Information vorliegen.” Dazu ist noch CrackBerry als ehemaliges Fan Forum offiziell für den Support zuständig.

Mein persönliches Fazit

Ich gebe noch ein wenig Zeit, vielleicht kommt ja noch Android 7 für die “Altgeräte”. Was ich aber nicht glaube. Schließlich will TCL Geld verdienen und die Nachfolgegeräte stehen schon in den Startlöchern. Auch will ich sehen, was nach dem KEYone kommt, welches einige Schwierigkeiten hat: Lautsprecher zu leise, je nachdem wie man es hält bricht der Empfang ein, Bildschirm löst sicht.

Auf eine verbesserte Außenkommunikation braucht man wohl nicht mehr hoffen. Das Fehlen einer solchen Kompetenz haben sie schon mehrfach bewiesen!

Sollten die Versprechungen nicht eingehalten werden, kann man eigentlich im Android Bereich nur zu einem Samsung raten, denn mit KNOX hat man hier eine sehr gute Alternative zu Android Enterprise, vormals Android for Work. Und auch Samsung bietet Sicherheitsupdates für Mittelklasse und High-End Geräte an mit eigenen KNOX Sicherheitsupdates. Zudem gibt es seit einiger Zeit ein Enterprise Enrollment Programm für KNOX. Alternativen wären da noch Google eigene Geräte wie das Pixel, welches aber definitiv zu teuer ist, oder Nokia. Nokia bietet auch ein “reines” Android an, welches monatlich aktualisiert werden soll. Da müssen wir noch ein wenig warten.

Da es im Bereich Android Unzulänglichkeiten im Bereich Sicherheit gibt (Attack-by-Design als Beispiel) kann man dann wohl nur Windows 10 Mobile, welches so nach dem Fall Creators Update nicht mehr weiterentwickelt wird, da auf Windows 10 on ARM in Zukunft gesetzt wird, oder iOS empfehlen.

Bei Apple Geräten bekommen Kunden zum Beispiel einen langen Supportzeitraum, ein Enterprise Enrollment Programm und Lizenzkauf für geschäftliche Apps. Aber auch hier sind die Geräte in der Anschaffung kostenintensiv, dafür sind sie aber rund 5 Jahre im Support.

Eigentlich schade. BlackBerry Android Smartphones mit UEM und den eigenen Produktivitätsanwendungen bringen einen Mehrwert zu anderen Android Geräten. Doch auch die Apps kann man seit einiger Zeit auch auf Non-BlackBerry auch im geschäftlichen Bereich verteilen (Zur Anleitung). Und ich muss meinen Kollegen Recht geben, die sich bei der Einrichtung eines BlackBerry Android Gerätes über den Einrichtungsmarathon aufregen. Ein eigenes DEP wäre super.


Dies ist ein Meinungsartikel und spiegelt nicht die Meinung des gesamten BB10QNX Teams oder unserer Partner wider!

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