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Google muss nach US Dekret die Kooperation mit Huawei beenden

von Ben Witt
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Trump hat per Dekret einen Telekommunikationsnotstand in den USA ausgerufen. So konnte er Huawei und dessen 70 Tochterunternehmen auf eine schwarze Liste setzen und die bisher nicht bewiesenen Spionagevorwürfe gegen das chinesische Unternehmen in Konsequenzen umsetzen. Den laut dieser schwarzen Liste darf kein US Unternehmen ohne staatliche Genehmigung mit Unternehmen auf der schwarzen Liste kooperieren. Die Tragweite ist meiner Meinung nach nicht absehbar.

Huawei hatte schon letztes Jahr verlauten lassen, dass sie mal für solch einen Fall einen Plan B hätten. Dies soll ein eigenes OS sein. Des Weiteren hatte das Unternehmen die Zuliefereranzahl erhöht und einen Jahresbestand geordert.

He Tingbo, CEO HiSilicon, die Chipsparte des Unternehmens, in einem Memo an die Mitarbeiter:

Heute wendet sich der Gang des Schicksals diesem extremen und dunklen Moment zu. Die Supermacht hat das System der technischen und industriellen globalen Zusammenarbeit gnadenlos durchbrochen und die verrückte Entscheidung getroffen, Huawei ohne fundierte Grundlage auf die schwarze Liste zu setzen. Alle Ausweichmaßnahmen, die wir geplant haben, sind über Nacht zu Plan A geworden.

Bei Google intern wird noch diskutiert wie genau nun die Maßnahmen aussehen sollen. Einige Medien berichten, dass nur neue Geräte keinen Zugang mehr zu Google Diensten bekommen sollen. Denn es geht nur um die Dienste, Android als OS ist an sich Open Source (AOSP). Sollte aber Google den Zugang zu Google Play Diensten verweigern müssen, sind auch Android Subupdates per Project Mainline und Android Enterprise nicht verwendbar.

Android hat per Twitter mitgeteilt, dass bisherige Geräte den Google PlayStore und Play Protect weiterhin verwenden dürfen.
Dank AOSP könnte Huawei weiterhin Android als OS einsetzen, dann dürfen die Geräte aber nicht mehr als Android Geräte beworben werden, sondern als Android kompatibel. Auch die Androide Enterprise Recommended Auszeichnung wird verschwinden.

Die ganze Geschichte könnte zum Bumerang werden. In China werden die Geräte ohnehin schon ohne Google Dienste angeboten. Alle Unternehmensbereiche könnten die eigene enorme Entwicklungsarbeit in lokale Produkte umschwenken. Doch haben BlackBerry OS10, SailfishOS, FireOS, Windows 10 Mobile und weitere gezeigt, dass es wohl ein Duopol von Android und iOS bleiben wird.

Aber auch US Hersteller wie Qualcomm und Broadcom werden die Maßnahme zu spüren bekommen, denn sie machen rund 5-6% Umsatz mit dem zweitgrößten Smartphonehersteller. Auch die US Netze werden wohl nach diesem Dekret nicht so schnell ausgebaut werden können, da Huawei einer der größten Netzwerkausrüster ist.

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Huawei Statement – Geräte schon von AER Seite gelöscht | Technik.Community 20. Mai 2019 - 11:52

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